WARUM IST ES SO SCHWER GESUND ZU LEBEN?

Seit einigen Wochen nun habe ich meine Ernährung umgestellt. Ich versuche mich so gut es geht gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu machen und auf Süßigkeiten a la Schokolade, Eis, Kuchen und Co weitestgehend zu verzichten. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn man seinem Körper jahrelang das genaue Gegenteil angetan hat.. In unserem London Urlaub mit dem super leckeren Essen habe ich natürlich wieder ein bisschen zugenommen, trotz täglichen Marathonläufen (gefühlt zumindest haha). Ich bereite mir mittlerweile 3x täglich frische, leckere Mahlzeiten mit wenig Kohlenhydraten zu und integriere mehr sportliche Aktivitäten in meinen Alltag. Das funktioniert auch weitestgehend ganz gut. Aber eben nicht immer.

Allerdings ertappe ich mich, leider, auch immer wieder dabei, wie ich in alte Verhaltensmuster zurückfalle. Abends ein leckeres Eis vor dem Fernseher, nachmittags, wenn ich frei habe ein bisschen Schoki, ein leckeres Frühstück, ein Snack hier, ein Snack da..

Warum ist es so schwer auf Zucker und Co. zu verzichten?

Das frage ich mich manchmal den lieben langen Tag. Zucker ist schlicht und einfach ein Suchtmittel. Natürlich nicht so extrem wie Zigaretten, Alkohol oder andere schädliche Substanzen. Aber Zucker ist mit Sicherheit und definitiv ein ebenso hartnäckiger Gegner.

Früher war es für mich beispielsweise ganz normal meinen freien Tag auf der Couch zu verbringen. Ich habe mir nie irgendwas verboten, wenn ich Lust auf Schokolade, Eis, Gummibärchen oder irgendwas anderes hatte, dann habe ich es mir gekauft. Blöd nur, wenn man auf alles zusammen Lust hat und sich somit gefühlt 5000 Kalorien reinhaut. Dass das ungesund und schädlich für den Körper ist, dass ist wohl glasklar. Sport war auch nie mein Freund, da ich als Einzelhandelskauffrau sowieso 8h am Tag über die Etage flitze, da brauche ich in meiner Freizeit nicht noch mehr Bewegung. Tja, aber ohne geht es eben leider einfach nicht..

Jetzt wo ich meinen Job gewechselt habe und wieder im sozialen Bereich arbeite habe ich auch mehr den Drang mit sportlich auszupowern, nach der Arbeit, aber oft fehlt mir dann doch einfach die Motivation, weil ein Buch lesen oder eine Folge meiner aktuellen Serie gucken dann doch verlockender ist..

Ach es ist ein ewiger Teufelskreis und oft frage ich mich, ob ich es wohl jemals schaffen werde, diesen Teufelskreis langfristig zu durchbrechen.

Ich schaffe es immer wieder tagelang auf den ganzen ungesunden Kram zu verzichten und regelmäßig Sport zu treiben, doch dann gibt es immer wieder Rückschläge. 1 Tag, 2 Tage, 3 Tage und schwupps sind wieder ein paar Wochen im ‚alten Rhythmus‘ vergangen. Und sich dann wieder aus diesem Loch zu ziehen und sich wieder daran zu erinnern was man schon erreicht hat, was man noch vorhat und wie viel besser es einfach ist gesünder zu leben, dass ist oftmals so so schwer.. Dabei habe ich schon nach kurzer Zeit gemerkt, was für ein tolles Körpergefühl das ist, wenn man sich gesünder ernährt und regelmäßig Sport macht. Man baut eine ganz andere Verbindung zu seinem Körper auf und dem Selbstbewusstsein schadet es definitiv auch nicht. Und das versuche ich mir einfach immer vor Augen zu halten, wenn es mal wieder eine Phase im alten Rythmus gibt.

Manchmal hab ich einfach Tage, an denen ich meine Freizeit lieber im Bett mit einer Netflix Serie oder auf der Couch mit einem Buch verbringen möchte, anstatt damit Sport zu machen, zu schwitzen und etwas Gutes zu tun. Aber das ist auch vollkommen okay! Denn man kann seine jahrelangen Trott nicht binnen weniger Wochen komplett ändern, dass funktioniert einfach nicht. Doch dann wiederum habe ich natürlich ein schlechtes Gewissen, wenn ich auf der Couch liege anstatt Sport zu machen. Was natürlich Quatsch ist, denn der Körper braucht auch einfach seine Auszeit. Ich denke alleine die Tatsache, dass ich hier sitze, diesen Beitrag schreibe und diesen mit der Welt teilen werde, ist schon ein Weg in die richtige Richtung. Das hätte ich mich früher niemals getraut, weil ich vom Kopf her einfach nicht mal annähernd an dem Punkt war, an dem ich heute bin. Es ist okay, sein Leben zu ändern, Es ist okay, keine 50 Kilo zu wiegen und es ist absolut okay offen und ehrlich über seine Schwächen zu reden.

Man muss einfach immer am Ball bleiben, immer daran denken warum man angefangen hat, wieso man seine Ernährung umgestellt hat, weshalb man gesünder leben möchte. Auch wenn das ein langwieriger Kampf ist und definitiv seine Zeit dauert, bis man das Ganze erfolgreich gemeistert hat, denke ich, dass das mit Sicherheit der richtige Weg ist.

3 Comments

  • Liebe Alina,

    ein sehr interessanter Beitrag. Du hast Recht, gesund zu leben ist nicht einfach, es erfordert viel Definition und es kostet hin und wieder schon mal richtig viele Nerven.

    Ich denke, es ist wichtig ein gesundes Gleichgewicht zu finden. Sich etwas zu verbieten, die Erfahrung habe ich zum Beispiel gemacht, wirkt sich meist nur negativ aus. Wenn ich Lust auf Schokolade habe und ich verbiete es mir, aus Frust, weil ich – keine Ahnung -, ein paar Kilo abnehmen wollte, es aber noch immer nicht geschafft habe, dann dauert es meist nur ein paar Tage bis ich mich in einem Schokoladenfressanfall verliere.

    Ich habe lange gebraucht, das zu lernen und das auch umzusetzen. Es gab Zeiten, da habe ich mir alles verboten. Ich litt Jahre an einer Essstörung, habe mich runtergehungert bis zum geht nicht mehr und war trotz allem unglücklich, obwohl ich eigentlich hätte glücklich sein müssen, weil ich weit unter meinem Traumgewicht lag.

    Man soll das Leben genießen und dazu gehört nun mal auch, zu „sündigen“ in Form von Fast Food, Schokolade oder Ähnlichem. Nicht nur der Körper braucht Energie, sondern auch die Seele und manchmal ist es eben genau das, was die Seele braucht.

    Und wenn man sich zwischendurch „belohnt“, ist die Motivation, den gesunden Lebensstil beizubehalten auch einfach viel größer 🙂

    Ich finde es großartig, wie du dich verändert hast und ich bin mir sicher, dass du dein Ding auf jeden Fall durchziehen wirst.

    Liebste Grüße
    Ivy

    • Liebe Ivy,

      Da kann ich dir nur zustimmen. Viel Geduld und Nerven kostet der Versuch gesund zu leben wirklich allemal. Und das stimmt, verbieten ist oft etwas sehr falsches. Ein gesundes Gleichgewicht, dass ist wohl wirklich der beste Weg und die angenehmste Variante. Nur muss man dieses gesunde Gleichgewicht eben erst einmal finden 😀 Das ist gar nicht so einfach..

      Das Leben genießen ist natürlich das aller wichtigste, da hast du recht <3

      Liebe Grüße,
      Alina

  • Liebe Alina,

    die Frage stelle ich mir auch immer wieder. Ich kenne genau die Situationen, Gefühlen und Gedanken, die du beschrieben hast und es ist und bleibt glaube ich ein lebenslanger Kampf. Manchmal ist man aber einfach müde vom kämpfen. So geht es mir momentan. Die ganze Woche ist gut durchplant hinsichtlich der Mahlzeiten, aber zack nach der Arbeit kommt auf einmal der Süßigkeitenstaubsauger in mir durch oder abends. Mich nervt es so sehr, da ich mich morgens so zusammen gerissen habe. Ich empfinde mich in solchen Momenten immer als sehr schwach und momentan könnte ich wirklich heulen.

    Ich muss demnächst ein Brautkleid suchen und wollte endlich zu meinem 30. Geburtstag mein Wunschgewicht bzw. eine magische Grenze unterschritten haben… momentan aussichtlos. Aber warum eigentlich?

    Mich bringen oft veränderte Strukturen, zu wenig Schlaf und viel Arbeit aus dem Trott und dann grüßt der Teufelskreis. Zu wenig Schlaf fördert den Heißhunger, lässt einen schlapp werden und man holt den Schlaf, wenn möglich bei jeder kleinsten Sofapause, nach. Adieu an meine innere täglich erträumte sporty Spice 😉

    Hoffentlich ändert sich dies demnächst wieder, aber das Wichtigste ist, dass man trotz allem das Leben genießen kann und sich bewusst darüber ist, dass eingefleischte Strukturen einfach Zeit für Veränderungen brauchen, aber hey langsam heißt ja nicht, dass es aussichtslos ist 🙂

    LG
    Tz.arah

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