WANDERURLAUB IN DER SÄCHSISCHEN SCHWEIZ

Ich kann es selber kaum glauben, aber ich habe doch tatsächlich freiwillig einen Wanderurlaub verbracht. Ganz ehrlich, hätte mir das jemand vor einem Jahr erzählt ich hätte lauthals losgelacht! Ich und Wandern, dass ich nicht lache. Alleine die Vorstellung fand ich immer total doof und ätzend. Was soll daran schon toll sein? Sinnlos durch die Gegend laufen, dabei auch noch schwitzen und Zeit verplempern. Oh ja, echt wunderbar. Tja und dann kam auf einmal alles anders. Eine liebe Freundin von mir, die ich über Instagram kennen lernen durfte, war Anfang des Jahres in der Sächsischen Schweiz und ihre Bilder haben mich so fasziniert und beeindruckt, dass für mich fest stand: Das muss ich einfach ausprobieren! Denn mir kam es absolut unrealistisch vor, dass so ein besonderer Ort tatsächlich in Deutschland sein soll. Ich dachte wirklich immer, dass man schön Urlaub nur im Ausland machen kann und nicht in Deutschland. „Hier gibt es doch eh nichts besonderes“, dass habe ich tatsächlich immer gedacht! Bereits vor einer Weile habe ich dann festgestellt, dass das totaler Schwachsinn ist, denn es gibt so viele wunderschöne Flecken in Deutschland! Damit hätte ich selber niemals gerechnet. Und die Sächsische Schweiz zählt definitiv zu diesen schönen Flecken.

Für unseren 4-tägigen Aufenthalt, und aufgrund der Empfehlung meiner Freundin, hatten wir uns für eine Ferienwohnung entschieden. Das war das erste Mal, dass wir einen Urlaub / Kurzurlaub in einer Ferienwohnung verbracht haben und demnach war das ganze sehr ungewohnt, aber natürlich auch aufregend für uns. Unser Frenchie Baby Rosalie war natürlich mit dabei und auch hierfür haben wir eine Ferienwohnung als sinnvoller erachtet. Die Ferienwohnung lag sehr ländlich, also so richtig ländlich, was einerseits schön war, da man toll spazieren gehen und schöne Aussichten genießen konnte. Der Vorteil einer Ferienwohnung ist natürlich, dass man der eigene Herr ist und selber bestimmen kann wann man frühstückt, wann man aufräumt, was man isst, etc. pp. Natürlich sind Ferienwohnungen auch deutlich günstiger als Hotels und das ist natürlich ein sehr großer Pluspunkt, wie ich finde.

Der Nachteil an einer Ferienwohnung ist, dass man eben auf sich selber gestellt ist und kein Essen vor die Nase gesetzt bekommt, kein Zimmer gereinigt wird, etc. Da wir das bisher immer gewohnt waren, war die Ferienwohnung Situation für uns sehr ungewohnt und ehrlich gesagt kam das Urlaubs-Erhol-Feeling nicht so wirklich auf. Eben, weil wir alles selber machen mussten. Dennoch würde ich für Inlands-Urlaube wieder eine Ferienwohnung bevorzugen.

Für unser Wochenende hatten wir ein paar Sehenswürdigkeiten raus gesucht, die wir gerne besichtigen wollten. Da wir Rosalie dabei hatten, haben wir die Tage sehr entspannt geplant, damit wir eben genug Freiraum zum ausruhen und Pause machen haben. Sowohl für uns, als auch für Rosalie. Als aller erstes stand auf unserer To-Do-Liste die berühmte Bastei. Die Bastei ist eine Felsformation mit zahlreichen Aussichtsplattformen, welche sich auf der rechten Seite der Elbe befindet. Vor allem die sogenannten Schrammsteine haben es mir absolut angetan! Diese findet man in der Bastei, aber auch allgemein in dieser Ecke Sachsens sehr häufig vor. Absolut beeindruckende Steine sind das! Wie sie in ihrer bestimmten Form und Farbe in den Himmel ragen.. Das war wirklich ein einmaliger und absolut besonderer Anblick. Davon konnte ich gar nicht genug bekommen! Die Aussicht auf bestimmten Plattformen in der Bastei war schlichtweg atemberaubend und einfach wunderschön.

Die Bastei selbst ist riesengroß und dort kann man wirklich Stunden verbringen. So sind wir ganz entspannt durch die Wälder spaziert und haben einige ruhigen Stunden genossen. Da wir bereits sehr früh anwesend waren, war dies überhaupt erst möglich. Denn umso später es wurde, umso mehr Menschen kamen natürlich um die Bastei besichtigen zu wollen. Das wurde uns mit der Zeit einfach viel zu voll, da ich allgemein sowieso kein großer Fan von Menschenmassen bin und wir Rosalie auch nicht zu viel zumuten wollten, sind wir dann nach einiger Zeit wieder gegangen. Keine Sorge an alle Tierliebhaber: Rosalie ist natürlich nicht stundenlang durch die Wälder spaziert. Wir haben wie gesagt viele Pausen gemacht und wenn sie nicht mehr laufen konnte haben wir sie auch einige Zeit getragen. Da sie noch so klein ist wiegt sie ja auch nicht viel, von daher war das absolut kein Problem. =)

Ein weiteres berühmtes Wahrzeichen der Bastei in die bekannte Basteibrücke. Von dieser habe ich bereits zahlreiche verschiedene Bilder aus sämtlichen Winkeln, etc. gesehen und demnach war ich richtig gespannt auf die wunderschöne, scheinbar nicht enden wollende Brücke. In der Realität war die Brücke allerdings wesentlich kürzer und auch ehrlich gesagt gar nicht so imposant, aber schön anzusehen und faszinierend war sie definitiv allemal. Die Brücke war allerdings zu jeder Uhrzeit, auch früh am Morgen bereits, so gut besucht, dass wir nur 2 mal drüber gelaufen sind und ansonsten von einer der zahlreichen Aussichtsplattformen den Anblick genossen haben. Denn vor allem umgeben von den vielen Schrammsteinen wirkt die Brücke wirklich einmalig und einfach schön. Die Basteibrücke ist meiner Meinung nach aber definitiv ein Muss, wenn man sich in der Sächsischen Schweiz befindet. Denn sie ist einfach DAS Wahrzeichen und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Dadurch, dass die Bastei sich an der Elbe befindet hat man teilweise wirklich atemberaubend schöne Aussichten. Ich war mir teilweise wirklich sicher, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall in Deutschland befand, denn es kam mir einfach so unrealistisch vor. Ich dachte eher an die Schweiz oder Österreich oder vielleicht auch Irland, aber doch nicht an Deutschland. Umso faszinierender ist dann die Tatsache, dass man diese wunderschönen Aussichten tatsächlich in Sachsen genießen darf. Alleine die Stunden in der Bastei waren so so schön, dass kann ich wirklich jedem nur empfehlen! Der Eintritt in die Bastei ist übrigens kostenfrei. Man kann/muss lediglich für Getränke oder Essen, oder heutzutage relativ normal auch für Toilettengänge, Geld bezahlen. Auf der Bastei selbst gab es mehrere Souvenir Läden, wo man Postkarten, Magneten, Briefmarken, Flaschenöffner, etc. pp. kaufen konnte. Und die coolen Münzautomaten, wo man für wenig Geld  aus einer normalen Münze eine Souvenir Münze gestanzt bekommt gab es hier auch. <- Diese Münzautomaten liebe ich persönlich ja sehr! Vor allem für mein Reisetagebuch sind die eine wunderschöne Erinnerung.

Desweiteren haben wir eine Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse gemacht. Dass war vielleicht beeindruckend! Ich muss gestehen: Ich bin noch nie Boot gefahren. Aber ich habe es mir immer gewünscht! Ich möchte auch zum Beispiel unbedingt mal eine Kreuzfahrt erleben, weil ich mir das so besonders und einzigartig vorstelle. Der Weg zu der Bootsstation war sehr aufregend, aber super zum gemütlich entlang schlendern. So haben wir uns also alle Zeit der Welt für den 45 Minütigen Weg gelassen. Haben alles in Ruhe angeschaut, ein paar Bilder gemacht und die schöne, frische und vor allem klare Luft, welche in dieser Region herrscht, tief eingeatmet und genossen. Rosalie ist übrigens eine absolute Abenteurerin, sie hat sich vor allem im Wald beim Wandern / Spazieren gehen so wohl gefühlt! Hierbei hat es gar keine Rolle gespielt ob sie bei mir oder bei meinem Freund an der Leine gelaufen ist, sie war allgemein einfach super happy in der Natur und ich glaube, dass sie das Wochenende im Grünen sehr genossen hat. Auch mit fremden Hunden und Menschen hat sie sich stets gut verstanden und sie wollte eigentlich einfach nur mit allen spielen und Spaß haben. Es wurde alles angeschnüffelt, alles begutachtet und sie ist immer wieder freudestrahlend durch die Gegend gehüpft. Das hat mein Mamaherz natürlich auch zum hüpfen gebracht.

Auch hier haben wir während dem Wandern immer kleine Pausen für Rosalie gemacht und ihre Trinkflasche to go war natürlich auch immer mit dabei! Die kleine Maus war also stets rundum versorgt. Als wir dann den Wanderweg erfolgreich gemeistert hatten und bei der Bootsstation angekommen waren verschlug es mir ehrlich gesagt erstmal die Sprache. Kennt ihr diese Momente, wenn ihr so fasziniert und beeindruckt von etwas seid, dass ihr das Gefühl habt, dass jemand den Pauseknopf gedrückt hat und alles für einen Moment stillsteht? Genau so ging es mir in diesem Moment. Und an dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich solche Erlebnisse bisher nur 2x hatte. Ich war absolut überwältigt von dieser einzigartigen Schönheit, die sich vor meinen Augen darbot. Mittlerweile kam die Sonne sogar raus, perfektes Timing, und wie die Sonne ihre Strahlen auf die Felsen geworfen hat, wie der Fluss geglänzt und regelrecht reflektiert und gespiegelt hat, wie schön die Boote auf dem spiegelnden Wasser aussahen.. Ich war wirklich sprachlos. Das war ein Anblick welchen ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde!

Nach diesem ereignisreichen und aufregendem Vormittag haben wir uns, bevor es mit dem Boot losging, erstmal eine Pause und einen leckeren Kaffee mit Sahne gegönnt. Wenige Zeit später kam der Bootsführer und dann hieß es: Alle einsteigen, bitte! Pro Fahrt sind ca. 25 Personen zugelassen, was mir persönlich aber ehrlich gesagt zu viele waren. Nichtsdestotrotz war die Bootsfahrt an sich wirklich sehr schön! Die Fahrt hatte pro Kopf 5€ gekostet (Hunde waren kostenlos) und ging Pi mal Daumen ca. 20 Minuten. Der Bootsführer hat ab und zu einige sehr interessante Fakten genannt und uns mögliche Krokodile und Elefanten in den Felsen gezeigt. Vor allem war die Umgebung unglaublich beruhigend und sehr idyllisch und ich habe einfach versucht die Stimmen und Menschen um mich herum auszublenden und den Moment zu genießen. Denn so etwas schönes und einzigartiges werde ich so schnell mit Sicherheit nicht mehr erleben.

Diese Ereignisse waren wirklich so schön und einfach einmalig. Desweiteren haben wir uns noch den Lichtenhainer Wasserfall und die dort in der Nähe gelegene Kirnitzscher Talbahn angesehen. Der Wasserfall war leider eine kleine Enttäuschung, dass muss ich jetzt mal ehrlich anmerken. Es wurden wohl zu bestimmten Uhrzeiten Schleusen geöffnet, wodurch mehr Wasser geflossen ist und ein richtiger Wasserfall zustande kam. Das haben wir aber leider nicht gesehen, weil wir ehrlich gesagt keine Lust hatten auf die bestimmte Uhrzeit zu warten.  Aber der Anblick der vielen mit Moos bewachsenen Steinen war auch bereits sehr schön.

Hach, es gab so viele schöne Fleckchen in Sachsen und wir hätten gerne noch so viel mehr erkunden wollen, aber 1. Hat die Zeit das nicht zugelassen und 2. Wollten wir uns, aber allen voran natürlich Rosalie nicht überfordern. Es war aber mit Sicherheit nicht unser letzter Trip nach Sachsen, da bin ich mir ganz sicher.

Zum Abschluss möchte ich gerne noch sagen, dass ich bevor wir nach Sachsen gefahren sind wirklich nicht mal annähernd damit gerechnet hätte, dass dieser Urlaub so schön wird. Vor allem, da es ja unser erster Wanderurlaub und auch unser erster Urlaub in Deutschland war. Unglaublich, wie faszinierend die Natur ist. Wir haben mittlerweile wirklich gefallen daran gefunden und sind schon fleißig auf der Suche nach weiteren schönen Orten und Wäldern, die nur darauf warten erkundet zu werden.

2 Comments

  • Liebe Alina,

    ein wirklich toller Bericht mit so vielen wunderschönen Fotos <3 Es ist erstaunlich, welch wunderschöne Ecken sich in unserem Land so verbergen, man muss nur etwas genauer hinschauen. Wir träumen immer davon, die weite Welt zu entdecken, damit gibt es vor unserer Haustür ebenso viel zu entdecken <3

    Es klingt jedenfalls richtig toll und die Fotos wecken mir sofort ein Gefühl der Sehnsucht. Mal schauen, ob ich auch irgendwann mal einen Trip dort hin unternehme 🙂

    Liebste Grüße
    Ivy

  • Liebe Alina,

    ich hätte nie gedacht, dass die sächsische Schweiz mal auf die „Urlaubsideen-Liste“ kommt. Dein Bericht hat mich aber überzeugt, großes Lob auch an deine tollen Aufnahmen!
    Man sollte wirklich mal öfter im Inland verreisen und nicht nur an die Ostsee oder in größere Städte 😉

    LG
    Tz.arah

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