GETTING A TATTOO IN LONDON | MEINE ERFAHRUNG

Seit 2014 reisen mein Freund und ich regelmäßig nach London. Schon vom ersten Tag an habe ich mich unwiderruflich in diese einzigartige, besondere Stadt verliebt. Seitdem war es ein kleiner Traum von mir geworden, mich irgendwann mal in London tätowieren zu lassen. Nichts großes, ein kleines, feines, schönes Tattoo. Ein bedeutsames Tattoo. Ein Tattoo, dass ich für immer als Andenken an meine Lieblingsstadt unter meiner Haut tragen werde. Und dieses Mal, als wir Anfang Juni eine Woche in London waren, war es endlich soweit. Ich habe mich endlich getraut! Nach einiger Recherche im Internet bin ich auf das Vagabond Tattoostudio aufmerksam geworden. Sowohl die Bewertungen, als auch die Tattoos der Künstler konnten mich auf Anhieb überzeugen. Zwei Tätowiererinnen in dem Studio konnten sofort meine Aufmerksamkeit wecken, da ich die Stile der beiden absolut wunderschön finde! Rose Harley und Leti Mortimer. Somit stand für mich fest: Wenn ich mir ein Tattoo in London stechen lasse, bevor ich vor Angst sterbe haha, dann auf jeden Fall bei Vagabond und von einer der beiden Ladies. Gesagt, getan.

Kurzerhand habe ich dann online eine Anfrage an das Studio mit meinem Wunschmotiv, der Tattoo-Stelle und allen weiteren gewünschten Infos abgeschickt. Eine Antwort habe ich auch wirklich schnell bekommen, da war ich selber überrascht, denn mittlerweile hatte ich durch weitere online Recherche rausgefunden, dass das Vagabond Studio aktuell auf Platz 1 der beliebtesten und besten Tattoostudios in London ist. Da hatte ich wohl den richtigen Riecher haha =D

Jedenfalls hatte ich dann einige Mails hin- und hergeschrieben mit der lieben Cara, welche für sämtliche Terminvergaben etc. pp verantwortlich ist und nach kurzer Zeit stand mein Termin, am 07. Juni um 17:30 Uhr bei Leti fest. Ihr glaubt gar nicht, wie aufgeregt ich war! Obwohl ich natürlich schon zahlreiche Tattoos habe – die aber so gut wie alle von ein- und derselben Person sind – was das jetzt für mich eine absolut neue, aufregende Erfahrung! Ein Tattoo in einem Studio, dass ich nicht kenne, bei einer Tätowiererin, die ich kenne, auf einer fremden Sprache, die ich zwar gut beherrsche, die aber nicht meine Muttersprache ist, in einem Viertel von London, dass ich noch nicht kannte – ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie aufgeregt ich war! Dass der Termin erst um halb 6 war, hat das ganze nicht wirklich verbessert, weil ich dadurch den ganzen Tag so nervös und hibbelig war, dass ich am liebsten alles wieder abgesagt hätte haha. Was sowas angeht bin ich einfach echt schlimm, eben weil alles neu ist und ich dann immer Angst habe und mir total den Kopf zerbreche, was im Nachhinein meistens total unnötig ist, so auch diesmal!

In dem Viertel angekommen, war ich erstmal wirklich kurz sprachlos.. Denn das Viertel war schon etwas herunter gekommen, im Vergleich zu anderen Vierteln in London. Es gab viele Graffitis, viele leer stehende Gebäude, überall lag Müll und die Häuserfassaden waren sehr schmutzig, der Putz größtenteils abgeblättert.. So hatte ich mir die Umgebung von London’s beliebtesten Tattoostudio nicht vorgestellt, dass muss ich ehrlich sagen! Da wir noch über eine Stunde Zeit hatten, sind wir dann ein bisschen durch das Viertel geschlendert und naja, um ehrlich zu sein, wurde mir von Minute zu Minute mulmiger zumute. Ich war mir überhaupt nicht mehr sicher, ob dass wirklich eine gute Idee gewesen war.. Plötzlich meinte mein Freund „Ach guck mal, da ist es ja schon“ und ich so „Was? Wo denn??“ – Das Studio war so unscheinbar, dass ich es im ersten Moment überhaupt nicht wahr genommen hatte. Auf den zweiten Blick sah das allerdings schon wieder anders aus! Denn das Studio an sich ist super offen, da es eine Glasfassade hat, wodurch es auf jeden Fall ein Blickfang ist, wenn man denn genauer hinsieht. Ich hatte beim ersten Blick durch die Glasfassade direkt einen Kunden, oben ohne, gesehen, der gerade tätowiert wurde. Mitten vor der Glasfassade. Okaaay, dachte ich mir. Interessant. Kann man natürlich machen, muss man aber nicht. Das hätte ich persönlich niemals gewollt, aber ich denke da ist jeder Mensch anders, und dem Kerl schien es ja nichts ausgemacht zu haben, der Oberkörper war sowieso komplett tätowiert.

Nach dem ersten kurzen Blick ins Studio haben wir uns dann erst mal ein kleines Café gesucht und dort etwas warmes getrunken und etwas süßes gegessen, damit meine Aufregung sich etwas legt und mein Blutzucker kurz vor dem Termin im Grünen Bereich ist. 20 Minuten vor dem Termin haben wir uns dann auf den Weg ins Studio gemacht, welches direkt einige Häuser neben dem Café war. Im Studio angekommen, nachdem ich einige Sätze mit zwei Mitarbeitern gewechselt hatte, waren alle meine Zweifel wie weggeblasen, denn die Mitarbeiter waren super nett, total freundlich und echt cool drauf und das Studio sah von innen einfach spitze aus! Sehr sauber, alles hat geglänzt und geblinkt, die Einrichtung war echt cool, ein Mix aus Modern und Old School und sowieso war die ganze Atmosphäre in dem Studio einfach cool.

Nachdem ich dann das typische Formular ausgefüllt hatte, kam auch direkt meine Wunschtätowiererin Leti mit der Skizze meines Wunschmotivs. Da wuchs meine Aufregung dann wieder, weil ich einfach Angst hatte, dass ich sie nicht verstehe oder vielleicht unsympathisch finde oder dass sie mich nicht versteht oder unsympathisch findet, aber auch hier waren alle Zweifel umsonst! Leti ist eine super süße junge Frau die total lieb und verständnisvoll ist. Ich hatte mit ihr ein bisschen über mein Motiv gesprochen bezüglich Größe und Schattierung und der Stelle etc, so hatte sie mir zum Beispiel empfohlen das Tattoo an der Stelle, wo es jetzt letzten Endes auch ist, zu stechen anstatt weiter unten, wo ich es ursprünglich wollte. Denn die Stelle unter dem Knöchel ist wohl etwas anstrengend was den Heilprozess angeht, demnach habe ich da absolutes Vertrauen und Wert auf ihre fachmännische Kenntnis gelegt und somit das Tattoo schräg über dem Knöchel stechen lassen. – Das ganze Gespräch – auf Englisch natürlich – habe ich ohne Hilfe meines Freundes gemeistert und darauf bin ich so so stolz! Es war einfach soo cool sich richtig professionell auf Englisch zu unterhalten. Ich meine klar, ich kann schon Englisch, aber ich würde mir eher eine Note 3 geben anstatt eine 2, geschweige denn eine 1. Dass ich es dennoch ohne Hilfe geschafft habe, dass hat mich einfach glücklich machen und mich nur wieder in meinem Vorhaben mein Englisch noch mehr zu verbessern bestärkt. Denn das Gefühl war einfach einmalig!

Sicherheitshalber wollte ich meinen Freund beim tätowieren aber trotzdem dabei haben, nicht dass es ein Sprachproblem gibt, dass war aber überhaupt kein Problem, denn einen Gast darf man immer mitnehmen, auch wenn der Platz wirklich sehr begrenzt ist. Wir sind dann zu dritt ins Untergeschoss gegangen und da ging es dann auch relativ zeitnah, nachdem wir beim 2. Aufkleben der Skizze den perfekten Platz gefunden hatten, auch los mit dem tätowieren und ich muss sagen, ich war echt super überrascht! Ich habe mich richtig viel mit Leti unterhalten während dem Tätowieren und auch wenn ich definitiv nicht immer 1A das richtige Wort parat hatte wusste sie trotzdem ständig was ich meine und das war echt cool. So haben wir uns viel über meine anderen Tattoos und über unsere Heimat in Deutschland unterhalten.

Nach 15 Minuten war das Tattoo auch schon fertig und darüber war ich echt baff! Es ging einfach ruckzuck und tat wirklich kaum weh. Dabei hatte ich ursprünglich echt mit mehr Schmerzen gerechnet, da die Rosen auf meinen Schienbeinen die schlimmsten 4 Stunden meines Lebens waren. Die Muschel ging allerdings echt voll klar. Natürlich hat es zwischendrin bisschen gebrannt und gepiekst, aber das war echt gar nichts im Vergleich zu anderen Tattoos. Leti hat dann sogar noch Fotos und Videos für ihr Instagram Profil gemacht, was mich auch super gefreut hat, und dann war es auch schon vorbei. Hach, was soll ich sagen? Jetzt im Nachhinein nochmal in Erinnerungen zu schwelgen ist einfach schön. Ich hab auch relativ zeitnah entschieden gehabt, dass ich irgendwann wieder zu Leti gehen möchte, denn ihr Stil ist einfach so so wunderschön und ich habe mich so pudelwohl in dem Studio gefühlt! Und mein anderer Innenknöchel braucht ja jetzt auch noch eine Verschönerung haha =D

Meine Erfahrung im Vagabond Tattoostudio in London war auf jeden Fall absolut spitze und ich würde dem Studio definitiv eine 1+ oder eine 10 von 10 geben! Ich würde es auch definitiv anderen Touristen, oder ortsansässigen natürlich, weiterempfehlen, weil ich einfach rundum zufrieden und glücklich mit allem war! Ich kann mir sogar vorstellen mich noch einmal von Leti tätowieren zu lassen, denn ihr Stil ist einfach so so schön und sie ist so eine liebe! Es war definitiv eine wundervolle Entscheidung mir endlich diesen Traum erfüllen zu lassen und ich könnte wirklich nicht glücklicher sein.

3 Comments

  • Liebe Alina,
    wie schön, dass du dieses besondere Erlebnis mit uns teilst. Mir würde es da wie dir gehen. Ich würde vermutlich vor Nervosität sterben! Ich wäre total aufgekratzt und hibbelig. Man kann dann den Tag über ja wirklich an nichts anderes denken.
    Aber es hat sich ja echt gelohnt. Die Stelle finde ich klasse und die Muschel ist einfach wunderschön geworden <3 Eine tolle Erinnerung!
    Liebe Grüße,
    Janika

  • Liebe Alina,

    wie schön, dass du dir diesen Wunsch erfüllen konntest 🙂 Ich finde es super, dass du so viel im Voraus geplant und dir Gedanken darüber gemacht hast 🙂

    Bei mir war das z. B. in New York ganz anders 😀 Ich habe mich dort zwei Mal tatowieren lassen, mit einer Freundin, einmal in der Nähe des Union Squares in Manhattan und einmal auf Staten Island und wir haben uns echt keinerlei Gedanken gemacht oder uns vorher informiert oder sowas 😀 Wir sind einfach in ein Studio reinspaziert das uns angesprochen hat, haben Termine vereinbart und durften dann eine Woche später irgendwann hin 🙂 Im Nachhinein haben wir dann auch raus gefunden, dass der Tatowierer in dem Studio am Union Square usprünglich auch mal für Ed Hardy gearbeitet hat und recht bekannt ist in der Szene 😀 manchmal hat man bei sowas einfach den richtigen Riecher glaube ich 🙂

    Ich finde es immer toll, sich so ein Andenken von einer Reise mit zu nehmen, es ist etwas ganz besonderes und intimes irgendwie, statt einfach bloß was in einem Andenkenshop zu kaufen <3

    Das Tattoo ist wirklich hübsch geworden, es sieht richtig toll aus <3

    Liebste Grüße
    Ivy

    • Liebe Ivy,

      faszinierend wie unterschiedlich unsere Handhabungen da waren 😀 Aber da scheint es ja wirklich,
      dass du bzw. ihr den richtigen Riecher für das Tattoostudio hattet! Das ist doch schön 🙂
      Aber neugierig auf die beiden NY Tattoos machst du mich ja jetzt schon 😀

      Es freut mich, dass du mein London Andenken Tattoo auch so schön findest hihi <3

      Liebe Grüße,
      Alina

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