FRANZÖSISCHE BULLDOGGE – QUALZUCHT? KRANK GEZÜCHTET?

Wie einige von euch vermutlich mitbekommen haben, hatte ich in letzter Zeit auf meinem Instagram Profil einige, ich nenne es mal ‚Komplikationen‘, wegen unseres neuen Familienmitglieds Rosalie. Rosalie ist eine kleine, zuckersüße braun gescheckte französische Bulldogge. Vom Züchter. Und schon geht das Drama los. Rosalie war 12 Wochen alt, als wir sie bekommen haben, und da mein Freund und ich beide berufstätig sind, haben wir von vielen erfahrenen Hundebesitzern und auch von den Züchtern selbst einen Welpenauslauf für die Maus empfohlen bekommen. Und das Drama ging weiter. Ja, ich habe schon sehr viel zu diesem Thema auf meinem Instagram Account gesagt, erzählt und berichtet, ABER eben ’nur‘ in meiner Insta Story, und wie ihr wisst sind diese eben nur 24h verfügbar. Ich möchte das ganze einfach gerne nochmal in einem Beitrag erzählen / zusammen fassen, da mir das Thema schlichtweg am Herz liegt. Nicht, weil ich das Gefühl habe mich rechtfertigen zu MÜSSEN oder weil ich es irgendwem auch nur annähernd schuldig wäre, NEIN. Ich schreibe diesen Beitrag für mich, aber auch für alle Menschen, die nach wie vor der Meinung sind, dass Tiere, die mit der Zeit leider krank gezüchtet wurden, kein Recht auf ein liebevolles, wunderschönes Zuhause haben. Dieser Beitrag ist für alle, die mir geschrieben haben, dass sie sich niemals eine Frenchie holen würden, weil diese ja so viele Krankheiten haben (können). Dieser Beitrag ist für alle, die sich einfach irgendeinen x beliebigen Hund zulegen ohne sich vorher ausgiebig über die Rasse, bzw. das Tier an sich, zu informieren.

Mein Freund und ich wollten seit Jahren einen Hund haben und für uns stand seit Jahren fest, dass es eine Französische Bulldogge werden soll. Trotz so genannter Qualzucht, trotz Krankheiten die aufgrund der krank gezüchteten Rassen auftreten können, trotz allen negativen Nachrichten. Warum? Dazu kommen wir gleich. Ich habe so viele negative Nachrichten bekommen, die mir teilweise einfach im Herzen weh getan haben, weil ich es absolut nicht verstehen kann, wie Menschen wirklich so denken, geschweige denn sowas öffentlich sagen können. Ich habe die 3 meist besprochenen Themen zusammen gefasst und auf diese möchte ich jetzt gerne genauer eingehen.

  1. Drama Thema: Warum kauft ihr denn bitte einen Hund vom Züchter?! Wieso habt ihr nicht einen Hund aus dem Tierheim geholt?
  2. Drama Thema: Einen Welpen tagsüber in der Wohnung alleine lassen? Und in einen Welpenauslauf sperren?! Ist das euer Ernst?
  3. Drama Thema: Wieso überhaupt eine Französische Bulldogge? Die sind doch total krank gezüchtet? Habt ihr euch das gut überlegt?!

Um die erste und dritte Frage mal zusammen zu fassen: Eigentlich ganz einfache Sache: Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir uns für das Tier entscheiden und nicht für die Herkunft. Wir haben uns auf die Suche gemacht – anfangs allgemein nach einem Hund, nicht spezifisch nach einer Frenchie – und haben alle Tierheime, Vermittlungsseiten, Tötungsstationen, etc. pp wochenlang abgeklappert, angeschaut und durchgesucht. Aus privaten Gründen dürfen wir keinen großen Hund halten, sondern nur einen kleinen. Einen großen Hund hätte ich auch niemals zu uns geholt, da wir weder Balkon, noch Garten noch ausreichend Platz für einen großen Hund haben und das fände ich dem Tier gegenüber einfach nicht fair – DAS wäre egoistisch gewesen! Denn hier hätte ich absolut nicht an das Wohl des Tieres gedacht. Um es kurz zu fassen: Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben Rosalie gesehen, uns unsterblich verliebt, und relativ zeitnah den Entschluss gefasst, dass wir uns dieses zuckersüße Wesen anschauen müssen. Das Rosalie nun von einem Züchter war, dass war schlichtweg Zufall. Wäre sie aus dem Tierheim gewesen hätten wir sie auch genommen. Wäre sie aus einer Tötungsstation oder Vermittlungsstelle gewesen, hätten wir sie auch genommen. Versteht ihr was ich meine? Für uns spielen die Umstände keine Rolle, es geht uns um das Tier, um das Lebewesen an sich und nicht darum ob es jetzt von einem Züchter ist oder aus einem Tierheim. Ich selber würde niemals zu einem Züchter gehen und sagen hier mach mir mal einen Hund, denn das finde ich selber einfach nicht richtig, eben weil es genug Tiere auf der Welt gibt die ein schönes zuhause verdient haben. ABER! Und das ist der springende Punkt, den scheinbar viele nicht verstehen wollen, Rosalie war schon da. Sie war bereits 9 Wochen alt, als wir sie entdeckt haben. Sie war so oder so schon auf der Welt und auf der Suche nach einem liebevollen, wunderschönen Zuhause.

Nachdem wir uns ausgiebig informiert und recherchiert haben was die Rasse Französische Bulldogge angeht, war uns klar, dass wir es hier nicht mit einer einfachen, kerngesunden Rasse zu tun haben, im Gegenteil. Dadurch das die Frenchies leider so krank gezüchtet wurden, haben sie oft Wehwehchen. Die Ohren können sich schnell entzünden, weil man sie nicht nach unten klappen kann, sie können schnell Atemwegsverstopfungen oder andere Atemwegsprobleme bekommen, da die Nase so kurz und platt gezüchtet ist, die Zähne sind meistens zu groß für die kleinen Kiefer, die Augen tränen oft und können sich schnell entzünden, da sie so glubschig gezüchtet sind, etc. pp. Also ihr merkt, die Liste ist unendlich lang. ABER und auch hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt: Das ist heutzutage leider nicht nur bei Französischen Bulldoggen der Fall. Es gibt mittlerweile leider so so viele Rassen die überzüchtet sind und deswegen Krankheiten bekommen können – können, nicht müssen! – und hier ist es einfach wichtig das man sich im Voraus ausgiebig und intensiv über die Rasse und die eventuellen Krankheiten die auftreten können informiert. Denn es bringt nichts sich einen Hund anzuschaffen, weil er süß und niedlich ist, und sobald dann die erste Krankheit oder das erste Problem auftritt diesen Hund ins Tierheim abzuschieben, weil man sich dem ganzen nicht gewappnet fühlt, es zu teuer ist, oder weiß der Kuckuck was.

Wir haben uns also vorher intensiv informiert, und uns trotz der vermeintlichen Krankheiten die auftreten können für das Mäuschen entschieden. Denn der Charakter und das Wesen an sich ist es, der uns absolut verzaubert hat und wir denken, dass Rosalie einfach perfekt zu uns passt und das wir ihr ein wundervolles, schönes, geborgenes Zuhause & Leben bieten können. Denn Französische Bulldoggen sind so liebevolle, verspielte, intelligente, anhängliche, aktive, lustige und friedvolle Tiere. Und zu sagen, dass man dieses Tier nicht möchte, nur weil es Krankheiten haben könnte, finde ich ganz grausam und mit solchen Menschen möchte ich ehrlich gesagt überhaupt keinen Kontakt haben. Denn es gibt immer Lebewesen die mehr Hilfe und Unterstützung brauchen als andere. Egal ob Tier oder Mensch. Schätze da kommt einfach meine Soziale Ader durch.

Ich bin ja sowieso der Meinung, dass jeder Haustier-Besitzer eine Art Zulassung oder Genehmigung bekommen sollte, dann würde es vielen Tieren weiß Gott besser gehen.

Der Welpenauslauf war neben der Rasse an sich ein weiteres riesengroßes ‚Drama-Thema‘, was ich ebenso einfach nur traurig finde ehrlich gesagt. Denn jeder Erwachsene sollte wissen, dass ein jeder Mensch andere Erziehungsmethoden hat, egal ob es um Kinder oder um Haustiere geht. Ein jeder Mensch hat verschiedene Ansichten, verschiedene Meinungen und diese sollten stets akzeptiert und respektiert werden, in sofern sie dem Wohl des Hundes dienen. Rosalie ist das alleine sein bereits gewöhnt und mit einem Welpenauslauf aufgewachsen, weswegen der Züchter höchstpersönlich uns empfohlen hat für Rosalie in unserem Zuhause einen ähnlichen Welpenauslauf für sie zu bauen, da diese vor allem für Welpen unglaublich wichtig sind, wenn die Besitzer denn außer Haus sind. Welpen brauchen einen Rückzugsort, einen sicheren Hafen. Und nur weil wir beide berufstätig sind, heißt das nicht, dass wir automatisch 8-9 (oder mehr) Stunden am Tag arbeiten. Wenn ich 4 Stunden am Tag arbeiten würde, dann könnte ich mich genauso als berufstätig bezeichnen. Wir haben uns so viel informiert was Ernährung, Erziehung, etc. betrifft und haben stets Rücksprache mit den Züchtern und anderen erfahrenen Hundebesitzern behalten und ich finde es eigentlich einfach nur traurig, dass ich trotzdem Nachrichten bekomme von Menschen, die mir angeblich schon lange folgen, welche mich dann fragen wie ich den Hund denn den ganzen Tag eingesperrt lassen kann. Würde man mir schon eine Weile folgen, dann würde man wissen was für ein herzlicher und sozialer Mensch und ich bin und das ich das Wohl der Lebewesen in meinem Umfeld immer über mein eigenes stelle und so etwas demnach niemals – niemals – tun würde. Ich würde niemals irgendwas machen, dass meinem Hund oder sonst irgend jemandem in meinem Umfeld schaden würde. Vor allem nicht, wenn es ein 12 Wochen altes Hundebaby ist.

Welpenausläufe sind vor allem für die Zeit während man Arbeiten ist wunderbar, weil der Welpe durch seinen sicheren Hafen, seinen Rückzugsort, nicht so sehr den Fokus auf die Tatsache legt, dass man nicht da ist. Solange er ausreichend versorgt ist mit Spielsachen, einem Schlafplatz, Wasser, etc. ist alles in bester Ordnung und der Welpe fühlt sich wohl und geborgen. Das ist vor allem für die Anfangszeit, wenn die kleinen zahnen, eine ganz wichtige und sinnvolle Sache. Eben damit die Süßen nicht die ganze Wohnung auseinander nehmen und sämtliche Möbel, die in der Nähe stehen, anknabbern.

Ich habe so viele bestärkende Nachrichten auf Instagram bekommen von Mädels und Erwachsenen die den Welpenauslauf auch hatten und ihn immer wieder benutzen würden, weil es für die Tiere eine absolut Wohltat und definitiv nichts negatives ist. Im Gegenteil! Klar, wenn ich das Tier da von morgens bis abends einsperre ist das natürlich absolut verkehrt und alles andere als richtig und fördernd für den Hund, ABER! Und das ist jetzt ganz wichtig: Die meisten Welpenausläufe haben eine Tür und wenn man selber zuhause ist, dann wird diese Tür offen gelassen, damit der Hund auch wenn man selber zuhause ist, jederzeit die Möglichkeit hat den Welpenauslauf zu ‚besuchen‘, sich darin rückziehen kann, spielen kann, schlafen kann, etc. So lernen die kleinen nämlich, dass das absolut nichts schlimmes ist, sondern etwas positives, schönes. Das kuschelig ist, aber auch Spaß machen kann oder mit dem man essenzielle Dinge wie zum Beispiel schlafen und spielen verbindet. Und wenn man sich damit von Anfang an beschäftigt, dann macht man absolut alles richtig! Denn das Tier wird es einem mit der Zeit absolut danken, wenn es sich nicht jedes Mal die Seele aus dem Leib bellt und jämmerlich weint, sobald man das Haus verlässt.

Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass man sich vor allem in der ersten Woche, in der ein neuer Vierbeiner einzieht, Urlaub nehmen sollte. Eben damit man vollkommen für den Hund da ist, der Fellnase helfen kann sich schnell einzuleben und zurecht zu finden, aber natürlich auch damit der Hund ausgiebig Zeit hat sich an einen selbst zu gewöhnen.

Ich hoffe ich konnte dieses Thema jetzt ein für alle mal für jeden verständlich machen und vielleicht wird der eine oder andere jetzt wenigstens versuchen über seinen Tellerand rüber zu blicken und offen zu sein für andere / weitere Meinungen, Ansichten und Methoden. Denn genau so wie das Leben nicht nur schwarz weiß ist, sind es auch Menschen und Tiere nicht. Wir alle sind Kunterbunt, individuell und vielfältig und das sollte endlich akzeptiert werden.

Und soll ich euch mal was verraten? Die erste Woche mit Rosalie war eine absolute Bereicherung. Natürlich ist die kleine ein Baby und macht viele Faxen, knabbert alles an, muss viel Pipi, pupst viel, aber sie ist auch einfach nur wundervoll. Der kleine Mäusebär ist so ein Sonnenschein, so ein zuckersüßes Wesen. Sie ist so schlau und lernt unglaublich schnell! Alle scheinen einen Zuckerschock zu bekommen, wenn sie die kleine Maus nur sehen. Sie wird mit so viel Liebe überschüttet und wir tun das aller Beste um ihr ein wundervolles Leben bieten zu können. Es fühlt sich an als ob sie schon seit einer Ewigkeit bei uns wäre. Sie ist super verspielt, sehr aktiv und sehr wissbegierig. Sie ist eine absolute Bereicherung und ich möchte dieses kleine Knautschgesicht nie wieder missen müssen. <3

3 Comments

  • Hallo, wie lange hast Du den Welpenauslauf denn benutzt?
    Springt die Kleine da nicht drüber (ok, es kommt vielleicht darauf an wie hoch der Auslauf ist)?
    Wir haben uns auch in eine französische Bulldogge verliebt.
    Dazu noch eine blaue…das ist ja scheinbar nochmal so ein Thema für sich. :-/
    Es ist für mich eine sooo schwere Entscheidung da die Zucht dieser Rasse ja wirklich selbst bei Tierärzten sehr umstritten und die Kleine auch von einer Züchterin ist.
    Ich muss dazu sagen: mir war die Rasse von Anfang an egal: wir wollten nur gerne einen kleinbleibenden und -da es der erste für und ist- möglichst noch sehr jungen Hund.
    Ich bin irgendwie hin und her gerissen. 🙁
    Da die Kleine ja schon auf der Welt ist und ein gutes Zuhause sucht.
    Oh mann, ich fürchte diese Entscheidung wird mir niemand abnehmen können…zum Glück habe ich seit Jahren kein Interesse mehr an sozialen Medien und wäre zumindest nicht dieser virtuellen Kritik ausgesetzt.

    Liebe Grüße an Dich und die kleine Rosalie!

    • Hallo Naiima,

      nein oben drüber ist Rosalie nicht gekommen, da der Welpenauslauf doch recht hoch war. Ich muss an dieser Stelle allerdings fairerweise erwähnen, dass der Welpenauslauf an sich bei uns nicht so funktioniert hat, wie wir uns das erhofft hatten. Rosalie hat das Teil einfach nicht gemocht. Sie hat sich zwar drin aufgehalten (wenn sie musste), aber sie hat nie darin gespielt, geschlafen oder sonstiges. Das alleine bleiben im Auslauf hat auch nie funktioniert, weil sie es einfach nicht mag eingesperrt zu sein. Das haben wir mehrere Male versucht, aber es half einfach nichts. Mittlerweile bleibt Rosalie problemlos einige Stunden alleine. Wir haben ihr Flur und Küche zur Verfügung gestellt und das klappt ganz hervorragend (zum Glück)

      Blaue Bulldoggen tun mir einfach nur leid.. Wie man diese überhaupt züchten kann finde ich ganz grausam und von der Züchterin absolut unverantwortlich! Das ist keine Standard Farbe dieser Hunderasse und demnach haben Blaue Frenchies überhaupt keine Chance auf ein schmerzfreies, gesundes, langes Leben. Sehr traurig, wenn man Tiere nur wegen dem Geld züchtet und wegen dem Tier an sich.. Würde man sich wirklich mit der Gesundheit des Tieres beschäftigen und das als oberste Priorität sehen, dann würde man keine gemixten Hunde züchten.
      Da die arme Maus aber sowieso schon auf der Welt ist, wie du ja bereits sagst, und demnach definitiv ein schönes geborgenes Zuhause verdient hat, kann ich deine aktuelle Situation sehr gut verstehen. Aber sei dir der Risiken was eine blaue Bulldogge mit sich bringt bitte bewusst. Hier ist intensive Recherche sehr wichtig.

      Liebe Grüße,
      Alina

  • Liebe Alina, vielen Dank für Deine nette Antwort.
    Ja, das mit dem Einsperren mögen Hunde verständlicherweise meist nicht so. 😉
    Allerdings ist so ein Hundelaufgitter gerade am Anfang recht praktisch da man den Welpen manchmal (z.B. wenn man Duschen geht, oder Sport machen muss- ich trainiere mit schweren Hanteln zu Hause und da müsste die Kleine ja erst noch lernen dass sie mir dabei nicht um die Füße hampeln darf) ja auch mal aus den Augen lassen muss.
    Das mit den blauen Frenchies ist ja irgendwie schon verwirrend…also die blaue Farbe entsteht ja durch das Dilute Gen (=Schwarz wird verdünnt zu „Blau“) welches jetzt per se keinen Einfluss auf die Gesundheit des Hundes hat.
    Bei manchen Rassen (z.B. Dobermann) löst das wohl sehr häufig eine Krankheit namens „Color Dilution Alopecia“ aus weshalb das Züchten dieser Rasse auf „Blau“ verboten ist.
    Da wird bezüglich Bullys ja irgendwie überall einen Wind drum gemacht obwohl es tatsächlich keinen wissenschaftlich dokumentierten Fall von CDA bei der Franz. Bulldogge gibt (?).
    Naja, ich werde wohl noch ein paar Nächte darüber schlafen.

    Liebe Grüße!

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