5 ALLTÄGLICHE SITUATIONEN MIT EINEM HUNDEBABY

Tatsächlich haben wir unser Französisches Bulldoggen Baby Rosalie erst seit 3 Monaten, tatsächlich könnte ich jetzt schon einen Roman über sämtliche Erlebnisse und Erfahrungen verfassen. Ganz oft schreiben mir Hundebesitzer, wie ekelig und unangenehm sie bestimmte Sachen, mit denen sie im Alltag konfrontiert werden, finden. Ganz oft sagen mir auch Freunde und Bekannte, dass sie es echt toll finden, dass ich das „einfach mache“. Ich selber werde während dem Spazieren gehen mit meiner Fellnase auch oft schief oder sogar bemitleidenswert / angeekelt angeschaut. Muss man sich das wirklich gefallen lassen? Überschreitet das nicht sogar die eigene Komfortzone? Erst neulich hatte ich wieder genau so eine Situation und manchmal, ja da muss ich mir einfach jeglichen Frust und jegliche aufgestaute Wut von der Seele schreiben, denn ich weiß: Ich bin nicht alleine! Es geht vielen Hundebesitzern genau so wie mir.

Es gibt zahlreiche alltägliche Probleme, über die man sich vermutlich vor der Anschaffung eines Haustieres eher weniger Gedanken macht. Aber genau diesen Alltagssituationen kann man einfach nicht ausweichen, dass ist so gut wie unmöglich und gehört genau so wie das kuscheln und schmusen einfach zur Erziehung und zum Leben mit einem Vierbeiner dazu. Ich habe mir die 5 alltäglichsten Situationen mit (m)einem Hundebaby rausgesucht:

1. SÄMTLICHE AUSSCHEIDUNGEN BESEITIGEN 

Eigentlich logisch, oder? Tatsächlich habe ich aber nicht nur einmal Anmerkungen oder Benachrichtigungen dieser Art bekommen. Gibt es doch wirklich Menschen, die auch noch öffentlich äußern, dass sie sich vor der Anschaffung des Haustieres nicht bewusst waren, dass sie sämtliche Körperflüssigkeiten und weiteres entfernen und beseitigen müssen, meist auch bevor das Tier es selber macht. Natürlich müsst ihr das! Vor allem bei Hundewelpen ist es das A und O immer hinten dran zu sein, vor allem, wenn die Kleinen noch nicht stubenrein sind. Klar, sind die neugierig, klar schnuppern und schnüffeln die, an dem was sie da aus ihrem Körper rausgeschickt haben. Klar, kann das auch passieren, dass man mal etwas aufschleckt oder anknabbert – gar frisst – was man definitiv NICHT sollte. Aber woher bitte sollen Tierbaby’s das wissen?

Egal ob auf der Straße oder im Zuhause, die Ausscheidungen müssen weggemacht werden. Ob man das mit Handschuhe oder ohne macht, tja das muss wohl jeder selber wissen. Beutel für den Kot sind auf jeden Fall ratsam. Und das aller wichtigste ist: Immer Händewaschen nach dem Kontakt mit Ausscheidungen! Das ist hoffentlich jedem bewusst.. Tatsächlich habe ich es mittlerweile schon so oft erlebt, dass mich Passanten (auf öffentlicher Straße) böse angeschaut haben, wenn mein Hund sich entledigt hat. Aber als dann die Beutel gezückt wurden (und wehe ihr macht das nicht auch immer schön vorbildlich) ja, da wird man dann auf einmal lieb angegrinst und angelächelt. Typisch..

Natürlich war es auch für mich anfangs eine Überwindung, mit dem Beutel über die Hand gestülpt den Hundekot anzufassen und aufzusammeln aber, und das ist der springende Punkt, noch viel ekelhafter und unangenehmer ist es, wenn das ganze an meinen Schuhen klebt!! Oder wenn jemand, der gesehen hat, dass es mein Hund war, mich dabei beobachtet, dass ich einfach weiterlaufe. Egal ob auf der Wiese oder der Straße. Das finde ich noch viel unangenehmer! Ich persönlich mache den Kot meines Hundes immer weg, egal wo. Sollte jeder so machen!

2. WARUM MUSST DU IMMER ALLES FRESSEN? 

Egal ob Vogelkot, fremde Spucken von äußerst zivilisierten und sozialen Menschen, Bonbons die auf die Straße gespuckt werden, Essensreste oder was auch immer. Hundebaby’s nehmen an erster Stelle erstmal alles in den Mund! Sie fressen nicht alles, zumindest meine nicht – Gott sei Dank! – aber es wird alles in den Mund genommen und mindestens mal darauf herum gekaut. Ob mir das vorher so bewusst war? Das sei mal Nebensache. Fakt ist jedoch, dass man ALLES was der Hund in den Mund nimmt und was dort definitiv nicht hingehört / hingehören sollte, binnen Sekunden wieder rausholen muss! Mit den Fingern. Ohne Handschuhe. Denn wenn man die erstmal noch überziehen will, tja bis dahin ist wohl alles bereits zu spät. Und da es auch in der heutigen Zeit noch grausame Menschen gibt die Giftköder überall verteilen, bin ich immer total in Sorge, wenn ich die Maus draußen kauen sehe und genau weiß, dass sie kein Leckerli von mir bekommen hat.

Natürlich muss man hier auch erstmal seine eigene Grenze überwinden und sich dessen bewusst sein, dass man immer im Wohl des Tieres handeln sollte, auch wenn man vielleicht gerade Dank der Neugierde des Hundes Vogelkacke am Finger hat. – Mhhh, lecker! Natürlich kann man das dem Hund antrainieren, dass er nichts auf öffentlicher Straße fressen soll, aber mach das erstmal, dass braucht viel Zeit und Geduld. Und vermutlich auch ein paar Nerven.

3. OHH BIST DU SÜß! DER BEIßT ABER NICHT, ODER?

Ich befürchte, wenn ich diese Frage nochmal höre drehe ich mich einfach um und gehe. Ich kann (oder will?) mich gar nicht mehr daran erinnern, wie oft ich das schon gefragt wurde. Also mal ganz ehrlich, man sieht das doch, wenn ein Tier noch ganz jung ist oder nicht. Außerdem kauen Hundewelpen immer auf allem rum, alleine schon wegen dem Kaudrang und weil die Zähnchen wachsen. Aber knabbern / kauen und beißen ist ein riesen Unterschied! Ich persönlich könnte jedes Mal herzlichst die Augen verdrehen, wenn mich jemand fragt ob mein Hund denn beißen würde. Natürlich! Mit 5 Monaten wird sie das definitiv machen, sie sieht ja auch sehr gemeingefährlich aus und sowieso: Bulldoggen können ja nur gefährlich sein! Ganz ehrlich: Erst denken, dann reden! Das würde so vielen Menschen so gut tun.

Kinder werden natürlich immer automatisch von Hundewelpen angezogen, dass ist ganz klar. Aber auch Kindern muss man verständlich machen, dass Hunde in diesem jungen Alter hauptsächlich kauen und spielen und Spaß haben wollen und eben einfach noch sehr wild und verspielt sind. Eigentlich denke ich mir immer, dass Eltern das sofort verstehen müssten, schließlich haben sie ja selber Kinder und wissen wie das ist. Natürlich sind Hundewelpen und Menschenkinder ein großer Unterschied, aber dennoch gibt es da einige sehr ähnliche Verhaltensweisen. Doch tatsächlich sind es oftmals genau diese Eltern, die es eben nicht verstehen. Oder nicht verstehen wollen? Und die dann ganz überrascht sind, wenn das Kind vor dem Hundebaby rumhüpft und spielen will und der Hund dann darauf eingeht und auch spielen möchte und dies durch Bellen oder wildes hin- und her rennen / hüpfen äußerst.

Manche Menschen…

4. ALSO DAS MÜSSEN SIE AM BESTEN SO MACHEN…

Wenn ich noch einmal auf öffentlicher Straße von wildfremden Menschen angesprochen werde mit vermeintlich sinnvollen Erziehungstipps, dann gehe ich vermutlich in die Luft wie Harry, als er eine von Berties Botts Bohnen mit der Geschmacksrichtung Ohrenschmalz probiert. Ich kann es beim besten Willen und bei aller liebe einfach nicht mehr hören. Ich selber würde mich nieeeemals trauen einen mir völlig fremden Menschen anzusprechen und mit irgendwelchen vermeintlich guten Tipps um die Ecke zu kommen. Wenn man im Gespräch ist und dann Ratschläge und Tipps einfließen, dann ist es etwas ganz anderes. Aber ich wurde tatsächlich schon öfters einfach so von Menschen angesprochen (die meistens nicht mal selber Hunde besitzen) die mir irgendwelche Erziehungstipps geben wollten. Am besten sind dann die Hundebesitzer, deren Hund ganz offensichtlich überhaupt nicht erzogen ist, die mir dann aber begreiflich machen wollen, wie ich meinen Hund doch am besten erziehen sollte. Herrlich sowas. Einen Applaus an euch!

Also mal ganz ehrlich Leute. Ratschläge und Tipps sind gut und schön, aber das ganze sollte wirklich in einem hilfreichen und vor allem respektvollen und angenehmen Ton verlaufen. Und vor allem sollte sowas der Situation passend angebracht sein und nicht einfach aus heiterem Himmel an den Kopf geworden werden. Es gibt mit Sicherheit (leider Gottes) genug Menschen, die sich Haustiere anschaffen ohne sich vorher auch nur 5 Minuten damit auseinander gesetzt zu haben, aber ich gehöre definitiv nicht zu dieser Sorte Mensch.

5. WAS FÜR EIN NIEDLICHER SCHOßHUND!

Manchmal würde ich Menschen einfach gerne fragen ob sie immer so dreist und unverschämt sind. Woher nimmt man sich bitte das Recht Aussagen wie diese zu äußern? 1. Ist mein Hund aktuell noch ein Baby und wird, wenn sie ausgewachsen ist, doppelt so groß und doppelt so schwer und ist demnach alles andere als ein SCHOßHUND (ich hasse dieses Wort!) 2. Selbst wenn es ein sogenannter Schoßhund wäre gäbe es absolut keinen Anlass dies in so einer Variante zu äußern. 3. Wenn man sich augenscheinlich Null mit der Rasse des Hundes auskennt, geschweige denn über das Alter des Tieres Bescheid weiß, ja also dann sollte man vielleicht erstmal nachdenken und nachfragen, bevor man Aussagen wie diese ausspricht.

Und jetzt erzählt mir bitte, dass es nicht nur mir so geht.

3 Comments

  • Liebe Alina,
    deinen Beitrag finde selbst ich als Hundeangsthaberin super spannend und interessant. Mir war gar nicht so bewusst, dass so viele Mitmenschen ihren Kommentar abgeben müssen oder es so viele nervige Situationen für Hundebesitzer gibt. Das regt auf jeden Fall zum Nachdenken an!
    Also ich finde deine Fellnase im übrigen sehr bezaubernd 🙂

    LG Tz.arah

  • Liebe Alina,

    ein wirklich toller Beitrag. Ich bin selbst ja nicht voll Hundebesitzerin aber ich tue immer gerne so, jetzt wo meine Mama den kleinen Timmi hat haha 😀 ich bin quasi Ersatzhundemama und liebe es.

    Ich kann dir in fast allen Punkten Recht geben. Erst mal möchte ich dir darin Recht geben, das manche Menschen manchmal einfach absolut dreist, unverfroren und nervig sind und sich erst einmal an die eigene Nase fassen sollten geschweige denn, lernen sollten, einfach mal den Mund zu halten. Manchmal ist Schweigen eben doch Gold wert …

    Jedenfalls, was das in den Mund nehmen betrifft, kann ich dir zu 1000 % zustimmen. Timmi ist da auch ganz übel, das schlimmste bei ihm ist allerdings, dass er richtig aggressiv wird, wenn er merkt, dass man ihm das was er im Mund hat, abnehmen möchte. Er merkt sofort wenn er was im Mund hat, das er nicht haben darf und sobald man dann Anstalten macht, ihm was auch immer aus der Schnauze zu entfernen, wird er richtig böse. Vor einigen Wochen als ich mit ihm Gassi war hatte er auch irgendwas im Maul, im Nachhinein habe ich gesehen dass es „nur“ ein Stück Gummi von einem kaputten Reifen war, ABER es hätte immerhin auch ein Giftköder sein können und als ich versucht habe, ihm das aus dem Mund zu nehmen hat er mich so in den Finger gebissen, dass ich richtig geblutet habe. Es war nicht schlimm, er ist ja noch ein Baby etc. pp. aber dennoch schwierig, gerade wenn es mal etwas ist, dass ihm großen Schaden zufügen könnte. Wir waren deshalb auch schon bei einem Hundetrainer aber der kleine Sack ist einfach so eigenwillig – ist wohl auch eine typische Eigenschaft der Rasse, aber daran arbeiten wir jetzt ganz gezielt: ihm beizubringen, dass er, wenn er was im Mund hat, es auch her gibt bzw. es gar nicht erst in den Mund nimmt aber wie du sagst erfordert das jede Menge Arbeit, viel Zeit und auch viel Geduld.

    Bei der Thematik Hundekot bin ich ganz bei dir. Ich finde es ganz schrecklich, wenn man es nicht weg macht. Wir haben bei uns z. B. ganz viele Weinberge hinterm Haus und eine riesige Wiese als Grundstück und wenn Timmi da herum läuft und mal sein Geschäft erledigt und ich es nicht sehe, dann lass ich es schon mal liegen – es ist ohnehin unsere Wiese, dient im Grunde als Dünger und ich verbringe sicherlich keine Stunden damit, die Wiese abzusuchen, da alles was der kleine Kerl ausscheidet ohnehin so winzig ist, dass man es nie sieht haha Sobald es aber über unser Grundstück hinausgeht heb ich auch alles auf, das gehört dazu. Es ist einfach nur ekelhaft und respektlos wenn man es nicht macht.

    Kommentare zur Hundererziehung habe ich bisher noch keine bekommen und auch bin ich noch keinen Leuten begegnet, die einfach so der Meinung waren, mir gute Tipps oder Ratschläge geben zu müssen, ohne überhaupt Plan von irgendetwas zu haben. Vielleicht liegt es auch daran, dass du in einer Stadt lebst und da einfach mehr Menschenverkehr ist? Bei uns auf dem Dorf kennt sich ja ohnehin jeder 🙂 Das ändert aber nichts daran, dass es einfach nur dreist ist. Ich kann deine Verärgerung darüber wirklich sehr gut verstehen.

    Einen wirklich tollen Beitrag hast du da geschrieben, danke dir dafür 🙂 Und die Bilder sind absolut knuffig. Richtig toll!

    Liebste Grüße
    Ivy

  • Liebe Alina,

    ich kann deine Punkte vollkommen nachvollziehen und dir leider nur raten, dir diesbezüglich ein dickes Fell wachsen zu lassen. So sehr ich mir auch wünschen würde, dass ander Menschen ihren unnützen Senf einfach für sich behalten würden, wird das leider nie der Fall sein.
    Ich bin mit Hundne groß geworden und meine Hündin Banshee ist jetzt fast 4 Jahre alt, was ich immer noch nicht glauben kann. Viel schlimmer als die Frage nach dem Beißen finde ich es, wenn die Menschen einfach nach unten greifen und sie streicheln. Meine liebt zwar die meisten Menschen, aber ich fasse ja schließlich auch nicht unangekündigt fremde Menschen an.
    Das mit den Hinterlassenschaffen geht mir auch super auf die Nerven. Als ich bei der Entsorgung mal Rufe wie „Ieeeeh, ist das eklig!“ gehört habe, war ich wirklich kurz davor den Beutel samt Inhalt in die entsprechende Richtung zu werfen. Wäre wohl aber nicht so gut ausgegangen, haha.
    Und die netten „Tipps“ gehen meinen Mitmenschen auch nie aus. „Dein Hund ist viel zu dünn, die hat Würmer.“, „Du darfst den Hund nicht immer an der Leine haben.“, „Lass deinen Hund ruhig an meine ran, die klären das schon unter sich.“

    Also, viel Kraft, Kopf hoch und vor allem ganz viel Spaß und eine wundervolle Zeit mit Rosalie!
    Liebste Grüße
    Jill

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