10 WOCHEN HUNDESCHULE – UNSER FAZIT

Ich weiß, ich weiß. Die Meinungen zu dem Thema Hundeschule spalten sich schlimmer als eine unendliche Schlucht. Die einen finden es super, die anderen finden es unnötig.

Ich war von Anfang an nicht abgeneigt von einer Hundeschule und wollte mir durch effektive Teilnahme einfach meine eigene Meinung zu diesem Thema bilden. Ich finde, wenn man zum 1. Mal einen eigenen Hund hat – einen Welpen aufnimmt – dann ist ein Welpen- und/oder ein Junghundekurs keineswegs eine schlechte Idee. Natürlich kann man sich durch Bücher, Ratgeber, Videos, etc. viel Wissen aneignen und dies dann dem Hund beibringen. Aber manche Tipps, Tricks und Ratschläge sind von erfahrenen Trainern schlichtweg sinnvoller. Manchmal kommt man mit einem bestimmten Problem vielleicht auch einfach nicht weiter (voran) und auch hier ist professionelle Hilfe meist die bessere Lösung als auf eigene Faust zu ermitteln.

Unsere Rosalie war bereits 8 Monate alt als wir sie im Junghundekurs angemeldet haben. Ich denke hier variieren die Voraussetzungen von Hundeschule zu Hundeschule, da muss man sich natürlich vor Ort informieren, welche Kurse angeboten werden, welche einen ansprechen, etc. Wir hätten definitiv auch schon früher in die Hundeschule gehen und am Welpenkurs teilnehmen können, aber dies war aus persönlichen Gründen nicht umsetzbar.

Da französische Bulldoggen von Natur aus dazu neigen sehr stur und dickköpfig zu sein, war es dann aber wirklich an der Zeit, dass wir die Erziehung der Maus intensivieren. Wobei ich an dieser Stelle erwähnen muss, dass wir vorab – also bevor wir Rosalie überhaupt in der Hundeschule angemeldet haben – schon einiges antrainiert hatten, wie z.B. Grundkommandos a la Sitz & Platz. Auch den Namen und den Rückruf hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits öfters trainiert. So war immerhin schon der Weg für einige grundlegende Dinge geebnet. – Hierfür hatten wir uns einige Ratgeber und Tutorials zur Hand genommen um so den für uns richtigen Trainingsweg zu finden. 

Ich möchte an dieser Stelle gerne meinen Standpunkt und meine Meinung, was das Thema Hundeerziehung betrifft, genauer erläutern.  Ich persönlich finde, dass Hundeerziehung unglaublich wichtig ist und genauso dazu gehört wie das spielen, kuscheln, etc. Wer sich für einen Hund entscheidet, der sollte sich auch für alles drum und dran entscheiden und nicht nur für ’schöne und angenehme‘ Dinge. Außerdem ist es wohl für den Hund als auch für den Besitzer immer wieder wunderbar Erfolgserlebnisse in der Erziehung gemeinsam zu erleben. 

Ich finde es einfach unmöglich beim spazieren gehen, in der Stadt, auf der Wiese, etc. Hunde zu sehen, die scheinbar nie die Möglichkeit bekommen haben gut erzogen zu werden. Egal ob Leinenführigkeit, Rückrufe oder schlichtweg Kommandos a la Schluss, Stop, Aus, etc. Ich finde es z.b. unglaublich anstrengend, wenn auf mich und meinen Hund, während dem Gassi gehen, fremde Hunden Kontakt suchen, ohne das diese zurück gerufen oder in die Schranken gewiesen werden. 

  • Es ist nicht ok seinen Hund ohne Leine laufen zu lassen, wenn dieser nicht gut erzogen ist und nicht auf einen Rückruf oder andere Kommandos hört.
  • Es ist nicht ok seinen Hund draußen sämtliches Scheißdreck fressen zu lassen ohne ihn davon abzuhalten oder dies wenigstens zu versuchen zu Unterbinden. – denn das ist sowohl für Besitzer als auch für Hund eine Gefahr! Man weiß nie wie der Hund das verträgt, was er da eben heimlich gefressen hat.. 
  • Ich finde es nicht ok, wenn Hunde die ganze Zeit bellen (dürfen), egal ob im Garten, hinterm Tor oder auf der anderen Straßenseite. 

Hunde werden nicht von Natur aus böse oder schlecht erzogen geboren – der Mensch ist dafür verantwortlich. Dein Hund benimmt sich so, wie der Besitzer seinen Hund sich benehmen lässt. 

Ich finde es wirklich furchtbar, wenn Hunde nicht erzogen sind. Ich warte von niemandem, dass sein Hund ein 1A Vorzeige-Tier ist, dass wird Rosi auch nie sein und das ist völlig in Ordnung so, aber mindestens die grundlegenden Dinge sollte meiner Meinung nach einfach jeder Hund besitzen dürfen. 

Allen voran sei eines gesagt: Die Erziehung eines Hundes ist nicht innerhalb einiger Tage oder Wochen erledigt, im Gegenteil. Man sagt, dass man sich und seinem Vierbeiner 1 gemeinsames Jahr Zeit geben soll, bevor man wirklich ein eingespieltes Team ist. Denn man darf schließlich nicht vergessen, das Welpen & Junghunde oft (noch) sehr wild sind, super neugierig, alles ganz interessant und klasse finden und sich auch einfach erst vollständig und vollkommen an ihr neues Zuhause und ihre neue Familie gewöhnen müssen. 

Kommandos wie Sitz, Platz, Bleib, Schluss (Aus), Pfötchen, etc. pp lernen Welpen und Jungdhunde super schnell, aber Themen wie die Leinenführigkeit beispielsweise erfordern sehr viel Zeit und Geduld, denn hier kann es schon einige Wochen oder gar Monate dauern, bis ein Ziel in Sicht ist. 


Zurück zur Hundeschule. Der Kurs versprach insgesamt 12 Trainigsstunden, bestehend aus 10 Gruppensitzungen und 2 Einzeltrainings. Ich habe ausschließlich positive Erfahrungen in unserer ausgewählten Hundeschule machen können. Sowohl die Gruppensitzungen, als auch die Einzeltrainings liefen sehr gut. Rosalie ist auch einfach ein sehr intelligenter Hund, der gerne gefordert und gefördert wird. In der Hundeschule war es so, dass es jede Woche ein anderes Thema gab, auf das sich dann während der laufenden Stunde konzentriert wurde. Von den insgesamt 10 Themen war für uns jedes einzelne hilfreich und effektiv. Auch wenn es 1-2 Themen gab die Rosalie schon beherrscht hat oder bei denen wir einfach keine Hilfe brauchten, hat es dennoch nicht geschadet diese nochmals intensiver zu trainieren. 

Es gab des öfteren Situationen, in denen bestimmte Lösungen für einzelne ‚Probleme‘ genannt wurden, in denen ich mir einfach nur an den Kopf greifen musste als ich die Lösung gehört habe, weil diese so logisch und sinnvoll ist. Aber manchmal kommt man von alleine einfach nicht drauf. 

Mein Fazit zur Hundeschule ist auf jeden Fall positiv. Ich würde es jederzeit – hätte ich nochmal einen Ersthund – wieder machen. Wenn wir nun einen zweiten Hund bekommen, dann würde ich nicht nochmal in die Hundeschule gehen, denn nun kennt man ja die Tipps, Tricks & Ratschläge und falls man diese zwischenzeitlich vergessen sollte, so gab es bei uns immer am Ende einer jeden Trainingsstunde ein Handout zur passenden Stunden, in dem man nochmal alles nachlesen und auch gegebenenfalls zuhause trainieren konnte. Eine super Sache, wie ich finde! 

Uns und Rosalie hat die Hundeschule auf jeden Fall geholfen. Erzählt mal, wart ihr mit eurem Hund auch in der Hundeschule? Was habt ihr für Erfahrungen machen dürfen? 

3 Comments

  • Hallo Alina,
    Arya ist zwar offiziell mein erster eigener Hund, aber ich bin mit Hunden aufgewachsen und dementsprechend ist sie der 4. Welpe gewesen, den ich beim Aufwachsen miterleben darf.
    Wir waren mit den anderen (vorherigen) Hunden nicht in der Hundeschule und bis auf einen ist es bei den anderen beiden super gelaufen. Die haben nie Probleme gemacht. Nichtsdestotrotz wollte ich mit Arya dennoch hin, da Aussies gerade nicht so pflegeleicht sein sollen.^^ Auch wenn ich die Basics längst schon drauf habe, hat unser Hundetrainer immer noch kleine Verbesserungstipps, sodass ich wirklich aus jeder Stunde etwas mitnehmen kann. Ich finde es auch toll, dass man eine Ansprechperson hat, gerade da Arya Dinge tut, die all unsere anderen Hunde nie gemacht haben. 😀

    Ich gehe gerne zur Hundeschule, es macht Arya auch Spaß und ich kann es nur empfehlen. Mit meinen zukünftigen Hunden würde ich wahrscheinlich ebenfalls wieder hingehen. Schließlich lernt man nie aus. 😉

    • Liebe Jen,
      Das ist ja richtig schön, dass du schon so viele Welpen beim erwachsen werden mitverfolgen konntest, ich finde diese Zeit besonders aufregend!
      Wenn man wirklich richtig die Veränderungen & Fortschritte hautnah miterleben kann – so faszinierend!
      Das ist ja super, dass du mit Arya ebenfalls in der Hundeschule warst und so zufrieden bist, ich fand es auch wirklich eine große Hilfe, zumal
      wie du schon sagst, jeder Hund ja schließlich anders ist. =)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende <3

  • Liebe Alina,

    ich gebe dir bei diesem Thema absolut recht und mir tun sämtliche Hunde leid, die von ihren Besitzern nicht ordentlich erzogen werden. Wir haben leider auch Menschen in unserer Nachbarschaft, die es bei ihren sechs Hunden bei keinem einzigen geschafft haben und mittlerweile leiden wir sehr darunter.
    Nicht nur, dass sich unser Hund kaum mehr in den Garten traut, weil wir alle schon beim Öffnen der Terrassentür angebellt werden, sondern auch, weil die Hunde von Zuhause ausbüchsen und Menschen als auch Tiere angreifen, wenn man sich zu nah an dem Haus befindet. Es geht einfach gar nicht. Und da hilft auch kein Rufen der Hundenamen der Besitzer… Das ist nämlich das Einzige, was sie tun. Es ist ein Trauerspiel …
    Alles Liebe
    Janika

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